Daumen drücken für Cedric und Lukas
Cedric Gätzi aus Tübach und Lukas Fischer aus Rorschacherberg gehören zu den Finalisten beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht».
Cedric Gätzi aus Tübach und Lukas Fischer aus Rorschacherberg gehören zu den Finalisten beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht».
Forschung Vom 30.Apri lbis 2.Mai steht Muttenz ganz im Zeichen des wissenschaftlichen Nachwuchses: Dann findet dort das Finale von «Schweizer Jugend forscht» statt. Eine Fachjury bewertet die eingereichten Forschungsarbeiten vor Ort und vergibt Auszeichnungen in Gold,Silber und Bronze sowie Preisgelder.Darüber hinaus werden ein Publikumspreis und mehrere Sonderpreise verliehen,die den Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnen, ihre Projekte an internationalen Wettbewerben zu präsentieren.Zu den 114 Finalistinnen und Finalisten zählen auch Lukas Fischer aus Rorschacherberg und Cedric Gätzi aus Tübac.
CedricGätzi (19)aus Tübach präsentiert in Muttenz gemeinsam mit zwei Arbeitskollegen das Forschungsprojekt mit dem Titel «Raumkühlung durch direkte adiabatische Kühlung.» Dabei untersuchen sie eine alternative Methode zur Raumkühlung. Diese Art der Kühlung verspricht eine energieeffiziente Lösung ohne umweltschädliche Kältemittel. Das Prinzip ist einfach:Verdunstendes Wasser entzieht der Luft Wärme und senkt so die Temperatur. «Bei der adiabatischen Kühlung wird – ähnlich wie schon bei den alten Römern – Wasser genutzt,um Räume abzukühlen»,erklärt Gätzi.Dies gelingt,indem warme Luft durch befeuchtete Flächen geleitet wird.Dabei zeigte sich jedoch einzentrales Problem:die steigende Luftfeuchtigkeit.Um diesen Effekt genauer zu untersuchen, arbeiteten die Jugendlichen mit drei Tankcontainern mit je einem Kubikmeter Luft.Sie analysierten,wie sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern und welche Auswirkungen dies auf das Raumklima und das Wohlbefinden hat. Die drei absolvieren eine Lehre bei der Firma Bühler in Uzwil. Der Betrieb unterstützte das Projekt finanziell und stellte Arbeitszeit zur Verfügung.«Auch von der Berufsschule wurden wir gut unterstützt»,sagt Gätzi.
Lukas Fischer (18) aus Rorschacherberg widmet sich einem ganz anderen Thema. In seiner Arbeit «Zwischen Schwiiz und Schtetl: Analyse des jiddischen Dialekts der Jüdischen Gemeinde Agudas Achim» untersucht er ein bislang nicht erforschtes sprachliches Phänomen.
In Zürich existiert mit der Gemeinde «Agudas Achim» eine der ganz wenigen ultraorthodoxen Gemeinschaften der Schweiz mit zwischen 1'000 und 2'000 Mitgliedern. Hier wird noch Jiddisch gesprochen, eine Sprache, die in Europa nur noch an wenigen Orten verwendet wird.
«Ich habe auf der Strasse Menschen gehört, wie sie sich auf Jiddisch unterhielten, und dies hat mich zu meiner Maturaarbeit inspiriert», sagt Fischer. Darin widmete er sich der Frage, wie sich das in Zürich gesprochene Jiddisch von anderen Varianten weltweit unterscheidet.Seine Untersuchung zeigt: Es handelt sich um einen zentralostjiddischen (polnischen) Dialekt, der stark vom Schweizerdeutschen und vom Hochdeutschen beeinflusst ist. Besonders auffällig sei das flexible Wechseln zwischen mehreren Sprachen innerhalb der Gemeinde: «Neben Jiddisch werden auch Schweizerdeutsch, Hebräisch und Englisch verwendet. Besonders beim Schweizerdeutsch entsprechen die grammatikalischen Strukturen jedoch häufig dem Jiddischen», hat er herausgefunden. Die Gemeinschaft, die überwiegend chassidisch geprägt ist, erwies sich für Fischers Forschung als kooperativ.
Ob Kältetechnik oder Sprachphänomen: Beiden Finalisten ist eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille bereits sicher. Lukas Fischer geht es nicht primär darum, in den vordersten Rängen platziert zu werden. «Ich hatte ganz einfach Spass an dieser Arbeit», sagt er. Cedric Gätzi hingegen hofft auf eine Auszeichnung in Gold. Denn diese wiederum ist häufig mit einem Sonderpreis und damit mit der Teilnahme an internationalen Wettbewerben verbunden.«Das wäre natürlich eine grosse Chance», ist Gätzi überzeugt. Solche internationalen Wettbewerbe finden beispielsweise bereits im Juni dieses Jahres in Rochester, USA, im Herbst in Kiel, Deutschland, oder im Februar 2027 in Taipeh, Taiwan, statt.
Ob in Muttenz der Sprung auf die internationale Bühne gelingt, entscheidet sich am 2. Mai in Muttenz. Daher heisst es ab Mittwoch kommender Woche «Daumen drücken» für die beiden Ostschweizer.
Von Astrid Nakhostin
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